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Edding

verfasst am 17.02.2026

Obwohl nahezu jeder von uns, vom Vorschulkind bis hin zum Rentner, schon einmal ein Produkt der V.D. Ledermann & Co.GmbH in der Hand hielt, wissen die wenigsten, wo die Produkte, deren Name heute als Synonym für eine ganze Familie von Schreibgeräten gilt, hergestellt werden. Selbst zahlreiche Bautzener wissen nicht, dass sie in ihrem Gewerbepark „Ost“ zwischen einem Möbel-Discounter und Supermarkt hergestellt werden, die „edding‘s“.

So staunten auch die bereits Jahrzehnte in der Region lebenden 32 Mitglieder und Gäste der Senioren Union Bautzen nicht schlecht, als sie im Rahmen ihrer Februar-Veranstaltung das noch relativ junge Unternehmen der Spree-Stadt und gleichzeitig eines der traditionellen deutschen Familienunternehmen besuchten.

Ein Stück Unternehmensgeschichte

Dessen Unternehmensgeschichte begann am 1. April 1960. Damals gründeten die Schulfreunde Carl-Wilhelm Edding und Volker Detlef Ledermann mit 500 DM Startkapital in Hamburg-Barmbek ihre Firma. Aus dem Import japanischer Filzschreiber entwickelte sich dann der bekannte Hersteller von Permanentmarkern zu einem weltweit agierenden Markenartikelhersteller. Weiter Zäsuren der Unternehmensgeschichte sind mit dem Jahr 1966, als die Marke „edding“ registriert wurde, verbunden. 20 Jahre später zieht sich Carl-Wilhelm Edding aus dem operativen Geschäft zurück und 2005 übergibt Unternehmensmitbegründer Ledermann die Geschäftsleitung an seinen Sohn Per und setzt damit die Familientradition erfolgreich fort. Anfang der 90-er Jahre übernehmen sie den DDR- Traditions-Schreibgerätehersteller „Markant“ in Singwitz und errichten in Bautzen-Ost eine neue Produktionsstätte, die 1993 in Betrieb genommen wurde.

Unterwegs bei edding in Bautzen

Im Werk Bautzen arbeiten rund hundert Beschäftigte. Der überwiegende Teil von ihnen wurde im Unternehmen ausgebildet, das sieben Ausbildungsberufe anbietet. In der Produktion ist der Zwei-Schicht-Betrieb die Regel. Die automatisierten Spritzgussmaschinen werden entsprechend programmiert und „arbeiten“ zum Teil dreischichtig. So werden jährlich etwa 750 Tonnen Kunststoffgranulat an 26 Spritzgussmaschinen zu mehr als 300 Millionen Teile verarbeitet, ehe sie dann von 18 Montageautomaten zu jährlich 80 bis 85 Millionen Produkte komplettiert werden. Neben diesen unmittelbaren „Produktionsaufgaben“ realisiert edding-Bautzen einen erheblichen Aufwand bei der Beschaffung von Kaufteilen zur Komplettierung der Produktion, wie zum Beispiel: Tinten und Verpackungsmaterialien. Ein ähnlich hoher Aufwand kommt dem Werkzeugbau zu. Dieser sichert in seinen klimatisierten Räumen die Maßgenauigkeit der Werkzeuge, repariert sie und fertigt neue Werkzeuge an. Das Qualitätsmanagement, die Entwicklung neuer Produkte von der ersten Idee bis zum Versand und nicht zu letzt die Fragen der Nachhaltigkeit sind weitere Beschäftigungsfelder, die bei „edding“ an der Baschützer Straße in Bautzen groß geschrieben werden. Äußere und für jeden sichtbare Zeichen sind die Vorrichtungen zum absaugen der Wärme der Spritzgussautomaten zur Wärmerückgewinnung, die Photovoltaikanlage auf dem Dach, das dem Produktionsprozess erneute Zuführen des betriebsbedingten Abfalls bis hin zum Insektenhotel unmittelbar am Betriebstor und vieles mehr.

Von Bautzen in die Welt

Heute hat das Unternehmen Niederlassungen und Vertriebspartner auf der ganzen Welt. Das Sortiment umfasst rund 150 verschiedene Produkte, die in mehr als 110 Länder vertrieben werden. Produziert wird, außer in Bautzen, noch in Kolumbien.

Alles in allem tragen die rund hundert Beschäftigten mit etwa 40 bis 45 Prozent zum Betriebsergebnis der weltweit reichlich 700-edding-Beschäftigten bei. Ein stolzes Ergebnis, welches in zahlreichen Ländern Europas und Amerikas untrennbar mit dem Namen unserer Stadt „Bautzen“ verbunden ist.

Vielleicht denken wir einmal beim nächsten Gebrauch des „Textmarkers“ daran!